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Tag des Ausbildungsplatzes
Schalksmühle. Die Aussichten für junge Leute, die noch für 2011 oder 2012 einen Ausbildungsplatz suchen, sind nicht schlecht. „Wir müssen ihnen gute Perspektiven vor Ort bieten, damit sie in der Region bleiben und nicht durch Abwanderung den negativen Trend in der Bevölkerungsentwicklung noch verstärken“, sagt Axel Schnöring von Schnöring Wire & Bending Systems. Geeignete Bewerber rennen bei ihm offene Türen ein, wenn es um eine Ausbildung im gewerblich-technischen Bereich geht. „Wir müssen mehr ausbilden, wenn wir mittelfristig den drohenden Fachkräftemangel vermeiden wollen.“ In seinem Unternehmen werden zurzeit 16 junge Leute ausgebildet, mehr als zehn Prozent der Gesamtbelegschaft. Über zusätzliche Lehrstellen, betonte er gestern, werde er nachdenken. Ein wichtiges Signal für Sabine Vogler. Sie ist Mitarbeiterin des Arbeitgeberservices der Agentur für Arbeit. Am gestrigen „Tag des Ausbildungsplatzes“ reiste sie durch die Region, um für zusätzliche Ausbildungsplätze zu werben.
Sabine Vogler räumt ein, dass es für Unternehmen nicht leicht ist, geeignete Bewerber zu finden. Zum „Tag des Ausbildungsplatzes“ hat die Agentur für Arbeit in diesem Jahr, den Schwerpunkt auf Jugendliche gelegt, die einen besonderen Unterstützungsbedarf benötigen. Das Stichwort lautet „ausbildungsbegleitende Hilfsmaßnahmen“ (ABH).
Zusammenarbeit mit der Verbundschule
Dabei handelt es sich um zusätzlichen Unterricht an der Berufsschule, mit dem lernschwache junge Leute auf Standardniveau gebracht werden sollen. „Für die Unternehmen ist das kostenneutral“, berichtete Sabine Vogler in der Gesprächsrunde im Schnöring-Firmensitz an der Jahnstraße. „Die Interessenten müssen sich lediglich bei der Agentur für Arbeit melden.“
Axel Schnöring, Schnöring-Personalreferent Olaf Baum sowie Klaus Hollmann, Leiter des Werkzeugbaus und Ausbilder, sind sich einig. „Jeder muss eine Chance bekommen.“ Allerdings, das bekräftigt auch Sabine Vogler, müssen Bewerber auch ein hohes Maß an Motivation mitbringen. „Dann kann es jeder, der sieht, was zu tun ist und etwas tun will, auch schaffen.“ Für Axel Schnöring und seine Ausbildungs-Verantwortlichen stehen dabei nicht die Top-Zeugnisnoten im Vordergrund. Sozialkompetenz, praktische Fertigkeiten und der Wille, im Unternehmen voranzukommen, seien entscheidend. „Der Grundstein dafür muss im Elternhaus und in der Schule gelegt werden“, betont Axel Schnöring. Um etwaige Defizite auszugleichen, ist Schnöring Wire & Bending Systems auf die Verbundschule zugegangen. Das Unternehmen hat mit der Bildungseinrichtung eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Schule und Betrieb öffnen sich und setzen so darauf, dass Junge frühzeitig erfahren, worauf es in der betrieblichen Ausbildung ankommt. „Heute beginnt für euch der Ernst des Lebens“, sagt Axel Schnöring den jungen Leuten zu Beginn ihrer Ausbildung. Das meint er keineswegs scherzhaft. Eine ordentliche Berufsausbildung mit Aussichten auf eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, verdeutlicht Klaus Hollmann, sei „mindestens so lebensentscheidend, wie ein Sechser im Lotto.“
Quelle: "http://www.derwesten.de/staedte/schalksmuehle/Ausbildung-schafft-Perspektiven-id4663421.html"





